Land und Leute (oder so)


Etappenfahrt am 24./25.5.2008 ab Neumünster. 2 * gut 200 km mit 15 Teilnehmern

(siehe auch Bericht von Bernd)

Herman (ACSH), meinte auf der Etappenfahrt nach Bad Gandersheim am 1. Mai, das Neumünster, so alsStartvorbereitung (Bernd kann schon Kommentare dazu abgeben) Stadt gesehen, nicht besonders attraktiv sei. Eutin, Plön, Lübeck, Flensburg und sogar Kiel hätten da mehr zu bieten. Wie dem auch sei, Neumünster ist die zentrale Stadt in Schleswig-Holstein und verkehrstechnisch gut erreichbar. Außerdem wohnt Knut da. Warum sollte er deshalb auch woanders starten? Eigentlich hatte ich mir auch vorgenommen, dort zu übernachten und zu Fuß anzusehen.

Knut startet seine Brevets und auch die Etappenfahrt am Sportplatz Neumünster Tungendorf. Morgens um acht kann man dort sein Auto auf dem Parkplatz abstellen, mehr gibt die Infrastruktur so früh noch nicht her. Bei der Rückkehr wird es warme Duschen geben.

So war das Wetter
Die Fahrt war als „Doppelbrevet“ organisiert, d.h. mit Wegbeschreibung und Tankstellen als Kontrollpunkte. Knuts erklärte Absicht war es, die Gegend mal bei gutem Wetter und mit vollem Bewuchs zu präsentieren. Wir hatten an beiden Tagen frischen nordöstlichen Wind und Sonne. Sah gut aus, fühlte sich aber etwas kühl an.

Am ersten Tag ging es mit Rückenwind zunächst nach Hademarschen, dann mit der Fähre (Fischerhütte)Fähre Fischerhütte über den Nordostsee-Kanal. Beim Stück bis nach Kropp konnte man den Gegenwind in den Marsch- und Moorgebiet von Eider und alter Sorge genießen. Es wurde übrigens wie bei einem Brevet gefahren, also zügig und mit eher kurzen Pausen an den Tankstellen. Dabei sortiert sich dann das Fahrerfeld in eine Hauptgruppe und einige Versprengte. Die Versprengten fallen dann in der Regel nach hinten raus und bilden Kleinstgruppen. Es kommt aber auch vor, das einzelne sich unausgelastet fühlen und schon mal vor fahren.

Bei Ascheffel gibt es die Hüttener Berge, da hat es dann auch mich versprengt. Aber an der Tankstelle in Eckernförde haben wir (Ralf,Herman und ich) wieder Anschluss gefunden. Wir benutzten dann den Radweg an der Eckernförder Bucht. Die Wellen hatten weiße Köpfe und Dirk erzählte etwas von „Handtuch mitbringen“. Nette Idee, aber ich glaube nicht mehr daran, dass man während so einerFähre Landweher Radtour mal absteigen könnte, um zu baden. Das müsste man dann wohl mal ganz alleine angehen. Die innere Freiheit, die Gruppe fahren zu lassen und die Zeit zur Erbauung zu nutzen, habe ich noch nicht gewonnen. Aber ich arbeite daran, vielleicht kommt es mit zunehmenden Alter und Gewicht von ganz alleine.

Zum Abschluss gibt es Kartoffelsalat und Würstchen in der Sportgaststätte. Wir haben knapp über 8 Stunden gebraucht und ich hatte nicht mehr die geringste Lust auf Land und Leute. Mein eigenes Bett ist mit dem Auto auch nur eine gute Stunde entfernt.

Am Sonntag gab es dann dieselbe (schöne) Gegend, dieselben (netten) Mitfahrer, aber eine andereKnut auf der Fähre Landwehr Streckenvariante. Der Wetterbericht klang vom Wind her noch bedrohlicher (6..7 an der Ostseeküste). Es war genug Wind da, aber Windstärke 6 war das sicher nicht. Außerdem hatten wir diesmal den Gegenwind am Anfang. Über die Fähre Landwehr ging es diesmal auf dem Hinweg über den Kanal. An der Tankstelle in Gettorf gab es nur kalte Würstchen. Besser als gar nichts.

Die Brücke über die Schlei bei Lindau ist eine kombinierte Brücke für Autos und die Bahn. Die Schienen liegen mitten in der Fahrbahn. Unangenehm für Radfahrer, aber wir haben das geschafft. In Süderbarup gab es dann nicht mal kalte Würstchen.

Für die Schleifähre (Missunde) muss man zahlen, trotzdem war die Fähre voll und es hatten sich sogarLeuchtfeuer für die Misunder Fähre Autoschlangen gebildet. Zum Glück waren wir mit dem Rad da. Dann standen auch bald wieder Ascheffel und die Hüttener Berge in der Streckenbeschreibung. Diesmal wurde gewartet und wir fuhren mehr oder weniger geschlossenen zur Kontrolle nach Holzbunge. Es gab Frikadelle mit Apfelkuchen. Niemand hatte einen Ball dabei, aber wir hätten vorher auch den Bürgermeister fragen müssen, um auf dem Bolzplatz Fußball spielen zu dürfen.

Hinter Emkendorf gibt es ein längeres Stück Pflaster bergauf und dann kommen bis Langwedel noch ein paar kurze, aber heftige Wellen auf kleinen Asphaltstrassen. Bernd berichtet, dass er seine Frau nicht zur Teilnahme an einer Trainingstour in diese Gegend bewegen kann. Über manche Dinge sollte man vielleicht vorher nicht allzu viel sprechen. Wir haben auf diesem Stück übrigens immer mal wieder kurz auf Hermann (Endspurt)Fähre Sehestedt gewartet, um dann festzustellen, dass es mit ihm vorne auf den flachen Stücken anstrengend wurde.

Am Sonnabend war auf dem Sportplatz Fußball, der Parkplatz bei der Rückkehr voll belegt, am Sonntag waren wir die praktisch die einzigen. Waren wohl doch alle zur Kommunalwahl. Nach dem duschen gab es Nudelsalat mir Würstchen. Das alkoholfreie Weizen war dem Wirt aber ausgegangen.

Eigentlich fährt man (mit dem Auto) immer geradeaus um aus Neumünster heraus nach Hamburg zu kommen. Man muss nur einmal aufpassen, da macht der Stadtring ein Bogen nach links und es ist auch alles ausgeschildert. Ich bin da trotzdem jetzt schon zum zweiten Mal geradeaus gefahren. Neumünster hat eine verkehrsberuhigte gepflasterte Innenstadt mit viel Platz für Fußgänger und einen schmalen Pfad für Autos. Außerdem gibt es ein imposantes Rathaus. Ich kenne ja immerhin Knut (Leute) und das Radhaus habe ich mir aus dem Autofenster angesehen. Fazit: Neumünster ist eine Reise Wert. Selbst wenn man in diesem Punkt andere Meinung ist, die Touren von Knut, lohnen die weiteste Anreise. Es sei denn, man mag keine Fähren.